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ISBN/EAN: 978-3-7395-1177-1
Einband: gebundenes Buch
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Erschienen am:
03.05.2019
03.05.2019
Sprache:
Deutsch
Deutsch
Umfang:
576 S., 291 s/w Illustr., 3 farbige Illustr., 294
576 S., 291 s/w Illustr., 3 farbige Illustr., 294
Format (T/L/B):
3.3 x 27.5 x 21.5 cm
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Hersteller:
Verlag für Regionalgeschichte UG
Dr. Dirk Paßmann
buchverlag@regionalgeschichte.de
Soester Straße 13
DE 48155 Münster
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Dr. Dirk Paßmann
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Bünde
Stadt und Amt von 1719 bis 1990, Herforder Forschungen 27 - Verlag für Regionalgeschichte
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Unser Tipp für Sie
Beschreibung
Im Jahre 1719 wurden acht ravensbergische Dörfer vom preußischen König Friedrich Wilhelm I. zu Städten erhoben. Am 17. April erhielten Borgholzhausen, Halle, Oldendorf, Versmold, Vlotho und Werther die Stadtrechte, am 20. Oktober wurden Bünde und Enger Stadtrechte verliehen. Aus Anlass dieses Jubiläums legt der Historiker Dr. Norbert Sahrhage eine neue Bünder Stadtgeschichte vor, die wichtige Entwicklungslinien vom frühen 18. bis zum ausgehenden 20. Jahrhundert herausarbeitet. Nach der Erhebung zur Akzisestadt im Jahre 1719 wurde Bünde durch den Eisenbahnanschluss im Jahre 1855 und die Zigarrenindustrie, die Stadt und Amt bis in die 1950er Jahre prägte, zum Mittelzentrum des westlichen Teils des Kreises Herford. Neben der Darstellung von Strukturen und Ereignissen enthält das Buch zahlreiche Einzelporträts, die das Handeln der lokalen Akteure verdeutlichen. Die umfassende Gesamtdarstellung schreibt die Bünder Stadtgeschichte über das seit langem vergriffene Buch von Gustav Engel aus dem Jahr 1953 bis zum Ende des 20. Jahrhunderts fort. Neben politik- und wirtschaftsgeschichtlichen Entwicklungen rückt Sahrhage dabei besondeers sozial- und kulturgeschichtliche Verhältnisse in den Fokus der Betrachtung.
Über Norbert Sahrhage
statt Autor steht hier das stark gekürzte Inhaltsverzeichnis Geleitwort 12 / Vorwort 14 I. Bünde im 18. Jahrhundert (1719-1806): Bevölkerungsentwicklung 19 / Politik 20 / Wirtschaft 29 / Stadtentwicklung und Infrastruktur 45 / Kultur 52 II. Bünde im 19. Jahrhundert (1806-1918): Bevölkerungsentwicklung 57 / Politik 59 / Wirtschaft 91 / Stadtentwicklung und Infrastruktur 124 / Kultur 151 III. Bünde in der Weimarer Republik (1918-1933): Bevölkerungsentwicklung 195 / Politik 196 / Wirtschaft 217 / Stadtentwicklung und Infrastruktur 227 / Kultur 236 IV. Bünde unter dem Hakenkreuz (1933-1945): Politik 257 / Wirtschaft 311 / Stadtentwicklung und Infrastruktur 321 / Kultur 324 / Der Zweite Weltkrieg 360 V. Bünde in der Bonner Republik (1949-1990): Bevölkerungsentwicklung 367 / Politik 369 / Wirtschaft 409 / Stadtentwicklung und Infrastruktur 417 / Kultur 434 Materialien 473: Eckdaten der Bünder Stadtgeschichte (1719-1999) / Amtszeiten: Bürgermeister, Stadt/Amtsdirektoren und Pfarrer / Kurzbiografien Anmerkungen 486 Verzeichnissse 538: Porträts / Abkürzungen / Quellen und Literatur Personenregister 558
Rezension
Vor 300 Jahren wurden Bünde und Enger die Stadtrechte verliehen. Pünktlich zum großen Jubiläum erscheint jetzt ein neues Buch zur Geschichte der Zigarrenstadt. Auf 580 Seiten beschäftigt sich der pensionierte Studiendirektor Dr. Norbert Sahrhage in fünf Kapiteln mit den wichtigsten Entwicklungslinien Bündes vom frühen 18. bis zum ausgehenden 20. Jahrhundert. Manche Kapitel des Buches waren für Sahrhage leicht zu recherchieren. Mit anderen hatte er durch fehlende Quellen größere Mühen: »Die Fotos und Landkarten stammen zum Teil aus städtischem Besitz. Hinzu kommen Fotos aus Privatbesitz«, erläutert der Historiker.
Lukas Schäfer, in: Neue Westfälische, 25.4.2019
https://www.nw.de/lokal/kreis_herford/buende/22438894_Neues-Stadtbuch-zum-grossen-Jubilaeum.htmlDas Verfassen klassischer Stadtgeschichten aus einem Guss ist in letzter Zeit etwas aus der Mode gekommen. Umso mehr ist zu würdigen, dass die 44.000-Einwohner-Stadt Bünde im Kreis Herford jetzt in den Genuss eines fast 600 Seiten starken, glänzend recherchierten, flüssig geschriebenen Werks gekommen ist. Die Bürgerschaft und die interessierte Fachwelt erfahren hier, wie aus einem Arme-Leute-Flecken voll bitterer Not eine wohlhabende Kleinstadt wurde, wie die Wirtschaft sich spektakulär entwickelte, wie die Vereine und Parteien sich einmischten, welche Kämpfe und Konflikte das Werden prägten, welchen Niederschlag die großen Epochen der deutschen Geschichte in Bünde fanden und – vor allem und immer wieder, welche Personen es waren, die Bünde zu dem gemacht haben, was es heute ist.
Das waren Viele. Und Norbert Sahrhage kennt und nennt sie (fast) alle: Die Bürokraten und Pastoren, Zigarrenfabrikanten und Gewerkschafter, Vereins-Aktivisten und Honoratioren, die innovativsten Unternehmer, die übelsten Nazis und die tapfersten Lokalpatrioten. Im Personenregister sind mehr als 1.300 Namen verzeichnet; weit mehr als hundert Bünder werden zudem in Kurz-Biografien und Kurz-Portraits ausführlicher gewürdigt. Der Chronist, der minutiös Fakten und Daten auflistet, wird dabei immer mal auch zum Erzähler, der packende, anrührende, bewegende Ereignisse verzeichnet, wobei er mit Vorliebe die Quellen sprechen lässt.
Vertraute Themen wie die Bünde prägende Zigarrenindustrie, die Schul-, Vereins-, Parteien-, Gewerkschafts- und Kirchengeschichte werden ebenso sorgfältig (und mit vielen neuen Akzenten) beleuchtet, wie etwa die starke und innovative jüdische Gemeinschaft, die Festkultur, die städtische Infrastruktur und Eingriffe in die Landschaft wie die Else-Regulierung.
Großen Raum nimmt die Zeit des Nationalsozialismus ein. In Bünde waren die Nazis besonders stark. Sahrhage spürt den Anfängen nach und arbeitet heraus, wie zunächst eher harmlos und wirr daher kommende rassistische, fremdenfeindliche, nationalistische Einstellungen innerhalb weniger Jahre zur herrschenden Meinung in der Kleinstadt werden und wie ihre Träger damit Bünde ins Verderben stürzen – auch wenn Bünde im Krieg kaum zerstört wurde. Es folgen noch einmal hundert Seiten »Bünde in der Bonner Republik«, in denen die bizarre sowjetische Militärmission ebenso vorkommt wie die Entnazifizierung, die Aktionen gegen den NPD-Parteitag 1978, Hertha Koenig und Bürgerinitiativen wie die für den Erhalt des Tabakspeichers.
So bringt die Lektüre dieses in mehrfacher Hinsicht fulminanten Werks immer neue Überraschungen. Geschrieben werden konnte es nur von einem Autor, der sich über Jahrzehnte an die Wurzeln gehend mit dieser Stadt und ihrem Umfeld befasst hat und hier die Summe seines Wirkens zieht. Die Stadt Bünde kann stolz auf dieses Werk sein – es gibt in Westfalen nur sehr wenige Stadtgeschichten, die es an Tiefe, Faktenreichtum, Vielfalt und Lesbarkeit mit ihm aufnehmen können.
Hartmut Braun, in: Neue Westfälische, 13.6.2019, HF Magazin
https://www.nw.de/lokal/kreis_herford/buende/22479989_Neues-Buende-Buch-begeistert-mit-Faktenreichtum-Vielfalt-und-Lesbarkeit.html