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ISBN/EAN: 978-3-7395-1543-4
Einband: gebundenes Buch
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Auflage:
1. Auflage 2024
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
640 S., 639 S., 30 s/w Illustr., 30 Illustr.
Format (T/L/B):
4.5 x 25 x 18 cm

Hersteller:
Verlag für Regionalgeschichte uG
buchverlag@regionalgeschichte.de
Soester Str. 13
DE 48151 Münster


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Biologiepolitik und Evangelische Kirche

Die Protokolle des 'Ständigen Ausschusses für Rassenhygiene und Rassenpflege' der Inneren Mission 1931-1938, Schriften des Instituts für Diakonie- und Sozialgeschichte an der Kirchlichen Hochschule Bethel 37 - Verlag für Regionalgeschichte

Beschreibung

Im 'Fachausschuss für Eugenik' (ab 1934 'Ständiger Ausschuss für Rassenhygiene und Rassenpflege') des Central-Ausschusses für Innere Mission wurde in den Jahren 1931 bis 1938 stellvertretend für die Evangelische Kirche über die Themen Eugenik, Sterilisation, Schwangerschaftsabbruch und 'Euthanasie' diskutiert. 130 Theologen, Mediziner, Juristen und Juristinnen, Fürsorger und Fürsorgerinnen aus fast allen evangelischen Landeskirchen, diakonischen Einrichtungen und Verbänden besprachen Fragen der Sexualität, der Fürsorge, den Beginn des Lebens oder den Umgang mit zwangssterilisierten Menschen - Komplexe, die bis zur Gegenwart von großer gesellschaftlicher Bedeutung sind. Die hier vollständig und kommentiert vorliegenden Wortprotokolle sind insgesamt eine einmalige Quelle über den Meinungsbildungsprozeß zu diesen Themen am Ende der Weimarer Republik und in der Zeit des Nationalsozialismus. https://www.regionalgeschichte.de/detailview?no=1543 https://dnb.info/1342662717

Über Jochen-Christoph Kaiser, Uwe Kaminsky

statt Herausgeber steht hier das stark gekürzte Inhaltsverzeichnis Vorwort und Danksagung 13 Uwe Kaminsky: Einleitung 15 1. Die Debatte über Eugenik und Euthanasie und die Protokolle des Ausschusses 15 2. Die Teilnehmenden in gruppenbiographischer Perspektive 26 3. Der Verlauf der Sitzungen 1931-1938 35 4. Die Nachgeschichte - Nationalsozialistische Euthanasie 77 5. Der Umgang mit der Zwangssterilisation nach 1945 82 6. Der Eugenische Arbeitskreis 1959-1969 86 Dokumente Dokument 1 Einladung zur ersten Fachkonferenz 1931 92 Dokument 63 Einladung zu einer Arbeitsgemeinschaft über Fragen der Erb- und Rassenpflege 1942 566 Biographisches Glossar der Teilnehmenden an den Ausschuß-Sitzungen 567 Quellen und Literaturverzeichnis 595 Archivalien 595 Literatur vor 1945 596 Literatur nach 1945 608 Abkürzungsverzeichnis 633 Personenregister 635

Rezension

Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert wurden intensive Debatten über die Möglichkeiten und Bedingungen staatlicher Eingriffe in das Reproduktionsverhalten der Bevölkerung geführt. Das Ziel des »eugenischen« bzw. »rassenhygienischen« Diskurses bestand darin, durch eine gezielte Kombination von »Auslese« und »Ausmerze« die »Volksgesundheit« zu verbessern und das staatliche Gesundheits- und Versorgungssystem zu entlasten. Nach diesem Verständnis waren Schwerstkranke und Menschen mit Behinderungen v.a. ein Kostenfaktor. Als vermeintliche »Lösungen« gerieten (Zwangs-)Sterilisationen, Schwangerschaftsabbrüche oder auch die Tötung Neugeborener in den Blick. Die Institutionen des organisierten Protestantismus hielten sich lange zurück. In der Inneren Mission kam es erst während der Spätphase der Weimarer Republik zu einschlägigen Diskussionen. Der vorliegende Quellenband ediert und kommentiert die Wortprotokolle des »Fachausschusses für Eugenik« (ab 1934: »Ständiger Ausschuss für Rassenhygiene und Rassenpflege«) des Central-Ausschusses für Innere Mission. Die Protokolle dokumentieren unterschiedliche Haltungen und Lernprozesse, aber auch – vor dem Hintergrund der zunehmenden »Gleichschaltung« und des sich fortlaufend radikalisierenden NS-Regimes – ihre zunehmende Ohnmacht, auf die Entwicklungen Einfluss zu nehmen. Karsten Wilke, in: Ravensberger Blätter 2025 (erscheint im Herbst 2025)