Details
ISBN/EAN: 978-3-402-10303-6
Einband: kartoniertes Buch
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Auflage:
1. Auflage 2021
1. Auflage 2021
Erschienen am:
28.05.2021
28.05.2021
Sprache:
Deutsch
Deutsch
Umfang:
XII, 508 S.
XII, 508 S.
Format (T/L/B):
3.7 x 23 x 15.5 cm
3.7 x 23 x 15.5 cm
Hersteller:
Verlag Aschendorff GmbH & Co. KG
Dr. Dirk Paßmann
buchverlag@aschendorff-buchverlag.de
Soester Str. 13
DE 48155 Münster
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Inklusivismus und Toleranz
Das Bauprogramm und die Religionspolitik Rogers II. im theologischen Kontext des Hohen Mittelalters, Beiträge zur Geschichte der Philosophie und Theologie des Mittelalters 87, Neue Folge
Voraussichtlich lieferbar innerhalb 1 - 2 Wochen
Beschreibung
Das normannische Sizilien des 12. Jahrhunderts gibt bis heute in vielerlei Hinsicht Rätsel auf. Das friedliche, von multi- und transkulturellen Elementen geprägte Miteinander dreier Religionen unter einem christlichen König kann für das gesamte Mittelalter als einzigartig gelten. Bis heute zeugen davon spektakuläre Kirchenbauten wie die Cappella Palatina in Palermo oder die Kathedrale von Cefalù. Ausgehend von der Religionspolitik, Architektur und Kunst des Normannenreiches unter Roger II. stellt die Studie erstmals die Frage nach einem möglichen religionstheologischen Rahmen, der die überraschend tolerante Haltung der Normannenherrscher zu erklären vermag. Da hierfür aus der fraglichen Zeit keine schriftlichen Zeugnisse vorliegen, werden religionstheologisch relevante Texte im historischen Umfeld in die Untersuchung mit einbezogen. Die Berücksichtigung eines in der Forschung bisher wenig gewürdigten Briefes Papst Gregors VII. aus dem Jahr 1076 und eine neuartige Interpretation der in ihrer Deutung bis heute umstrittenen Summa contra gentiles des Thomas von Aquin erlauben es, Parallelen zum Normannenreich innerhalb der mittelalterlichen Theologie aufzuzeigen. Ramon Llulls Llibre del gentil belegt schließlich, dass ein wertschätzender Dialog zwischen den Religionen im Mittelalter auch unter christlichen Vorzeichen keineswegs undenkbar war. Im Unterschied zu der im Mittelalter vielfach vorherrschenden Unkenntnis und Feindschaft zwischen Juden, Christen und Muslimen zeigt sich in der Wertschätzung nichtchristlicher Religionen und Kulturen im sizilianischen Normannenreich ein gelebter und lernbereiter Inklusivismus avant la lettre - ein Phänomen, welches auch für heutige Religionsbegegnungen eine Inspiration darstellen kann.